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Montag, 26. Juni 2017
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Kathi: Don in Hannover

Es war so weit: Nachdem ich meine Freundin seit etwa Ende Juni genervt hatte, war sie endlich einverstanden, mit mir nach Hannover zu fahren und uns ein Autogramm von Don Rosa zu verdienen. So kamen wir um ca. 14:00 Uhr am Bahnhof unserer Zielstadt an, wobei wir deshalb noch lange nicht das Comix gefunden hatten. Wir irrten also eine knappe Viertelstunde durch Hannover, bis wir endlich diesen kleinen, eher unscheinbaren Comicladen gefunden hatten. Die Schlange der Wartenden reichte vom Bürgersteig, vorbei an einigen Ständen, bis in den Laden an sich hinein, was meine Mutter, die uns ebenfalls begleitet hatte, sowie meine Freundin und mich doch ein wenig überraschte. Die Signierstunde sollte um 14:00 Uhr beginnen, wir waren doch nur 15 Minuten zu spät angekommen...?! Doch Verzweiflung half uns schließlich auch nicht weiter, woraufhin wir uns optimistisch an das Ende der Schlange stellten und warteten. Meine Mutter verschwand daraufhin zum Supermarkt um die Ecke.

Die Zeit verging, wenn auch nur langsam, und nach einer halben Stunde konnten wir einen zurückgelegten Weg von knapp 3 bis 5 Schritten verzeichnen, was nun auch uns die letzte Hoffnung nahm, auf eine lange Wartezeit verzichten zu können. Der Junge hinter uns wirkte bereits zu diesem Zeitpunkt leicht angenervt und unruhig, was mir irgendwie zu denken gab. So standen wir auch nach zwei Stunden noch nicht annähernd auf dem Teppichboden des Comix und begannen uns mit den Comicheften, die in den Ständern neben uns auslagen, zu beschäftigen. Die inhaltliche Qualität dieser ließ allerdings zu wünschen übrig, sodass Milva, meine mitgeschleppte Freundin, beschloss, ihren MP3-Player aus ihrem Rucksack zu kramen. Zwar waren die Toten Hosen nicht ganz mein Musikgeschmack, doch besser als nichts. Der etwa 7 oder 8 Jahre alte Junge hinter mir hatte währenddessen die Vorzüge der durchsichtigen Fensterscheibe entdeckt, stand staunend an eben dieser und beobachtete Don Rosa. Der saß doch tatsächlich an einem Holztisch in der hintersten Ecke des nicht allzu großen Ladens, zeichnete nun seit mittlerweile 2 1/2  Stunden kleine Enten und signierte mitgebrachte Alben. Wir hatten bald darauf (knapp eine Stunde später) endlich den inneren Teil des Comix erreicht.

Meine Mutter war in der Zwischenzeit mit Milva zu McDonald's entschwunden, was sich nicht nur für mich auszahlte. Der Vater, der noch immer tapfer seine Position hinter uns verteidigte, staubte den Kaffe meiner Mutter ab, da diese sich entschlossen hatte, lieber mit einem Bekannten in irgendein Cafe zu gehen, wobei sich nicht nur meine Mutter, sondern auch dieser Vater ihn sich redlich verdient hatte. Sein Sohn erkundete weiterhin lieber die nähere Umgebung, statt sich einfach in die Schlange zu stellen und zu warten. Und dann war es endlich so weit! Nein, wir standen noch nicht Don Rosa gegenüber, wir hatten es geschafft und konnten Mangas für die 1 1/2 folgenden Stunden kaufen! =) Das Comix muss an diesem Tag wirklich mehr Umsatz als sonst gemacht haben, da nicht nur etliche Wartenden in Comics investierten, sondern auch ein Großteil beschlossen hatte, Alben wie z.B. Die "Hall of Fame"-Bände oder "Sein Leben, seine Milliarden" erst vor Ort zu kaufen, wobei meine Freundin und ich das daran gesparte Geld mit eben genannten Mangas schlussendlich doch ausgaben. 

So warteten wir weiterhin, als plötzlich die Mitarbeiter des Comic-Ladens auf die glorreiche Idee kamen, zwei Schlangen zu bilden. Eine für alle, die lediglich Autogramme erhalten wollten, und eine für den Rest, der sich eine Zeichnung wünschte. Wir zwei waren uns einig und blieben standhaft auf unserem Platz in der Schlange für Zeichnungen. Na ja, nicht direkt standhaft. Mittlerweile saßen wir auf dem Teppichboden und lasen, während wir ab und zu ein wenig nach vorne rutschten, doch das war immer noch besser für meine Wirbelsäule, die sowieso schon mehr schmerzte als es mir Recht war. Auch die Luft erschien mir ein wenig verbraucht, doch was tut man nicht alles für ein Autogramm und eine Zeichnung von Don Rosa. Der Vater hinter mir hatte sich übrigens durchgerungen, nur um ein Autogram zu bitten, da sein Sohn anscheinend verschwunden war, allerdings kurz darauf wieder auftauchte, um ein wenig enttäuscht festzustellen, dass er die Signierung verpasst hatte.

Mir war das alles in diesem Moment relativ egal, da ich nun selbst langsam aber sicher nervös wurde. Auch Milva hatte sich, mit ein wenig Überredungskunst meinerseits, entschlossen aufzustehen, woraufhin wir nun tatsächlich den Holztisch berühren konnten. Die darauf folgenden Minuten legte ich mir krampfhaft meine englischen Sätze zurecht, wobei meine Freundin noch immer nicht wusste, was genau sie eigentlich gern neben ihrer Signatur sehen wollte. Und dann war es so weit! Die 5 Stunden schienen wie vergessen und auch mein Wunsch nach einem jungen Dagobert war anscheinend verständlich, da mich Don noch auf die ebenfalls erhältlichen Drucke hinwies, unter denen sich ebenfalls ein jüngerer Dagobert befand. Ich könnte mich heute noch ärgern, dass ich nicht genug Geld dafür hatte, kann aber schlussendlich doch überzeugt sagen, dass mir der handgezeichnete Dagobert doch noch wichtiger war. Was dann folgte war zwar ein wenig peinlich, aber da auch Milva sich mal wieder blamieren musste, rückte mein Fehltritt in den Hintergrund, aber eigentlich war ja von Anfang an klar, dass wir beide mal wieder in ein Fettnäpfchen nach dem anderen treten mussten. =) So bedankten wir uns überglücklich für unsere Zeichnungen und beschlossen, uns die rechte Hand nach diesem Händedruck nie wieder zu waschen, was dann allerdings an den Toiletten des Bahnhofs scheiterte. Milva weiß wahrscheinlich noch heute noch nicht ganz genau, warum sie mich eigentlich begleitet hatte, aber alles in allem bin ich mir sicher, dass es für mich als auch für meine Mutter und Milva ein unvergessliches Erlebnis war. =)

Katharina Sandmann

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